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Kirgisistan, das sind weite Steppen, Halbwüsten, kristallklare Bergseen, tiefgrüne alpine Wiesen und Weiden, malerische Gebirgslandschaften, schneebedeckte Gipfel und Gletscher sowie liebenswerte gastfreundliche Nomaden. Zwei gewaltige Bergketten – nahezu so hoch wie der Himalaya - durchziehen das Land: das Tien Shan Gebirge und das Pamir Gebirge bilden ein wahres Paradies für Bergfreunde und Naturliebhaber.

 

Kirgisistan ist vom Massentourismus noch relativ unberührt und ist daher ein besonderes Erlebnis.

Das Land wird vorwiegend von Steppen und dem Tien Shan Gebirge bestimmt. Vorherrschend wird die Viehzucht im Lande betrieben. Ein großer Teil der Bevölkerung lebt seit vielen Jahrhunderten als Nomaden in den weiten Steppen und Weidelandschaften in den Bergregionen.

Eine Reise in dieses zauberhafte Land mit dieser herzlichen Lebensweise und Gastfreundschaft der Kirgisen ist für jeden Reisenden eine wunderbare nachhaltige Bereicherung.

 

Lage

Kirgisistan liegt im Nordosten Zentralasiens. Es grenzt im Norden an Kasachstan, im Osten an China, im Südwesten an Tadschikistan und im Westen an Usbekistan.

Kirgisistan wird hauptsächlich bestimmt vom Hochgebirge des Tian Shan in südwestliche Richtung zur Grenze nach China. Über 75 Prozent der Landesfläche liegen über 1.500 Meter – die Hälfte sogar über 3.000 Höhenmeter. Die höchste Erhebung ist mit 7.439 Metern der Gipfel des Pik Pobedy – im Südwesten Kirgisistans liegt der tiefste Punkt des Landes mit 394 Metern.

Nur zwei weite Täler im Norden und im Süden des Landes unterbrechen die Gebirgslandschaft. Dort leben auch die meisten Menschen.

Etwa 3 Prozent Kirgisistans wird von Gletschern und schneebedeckten Flächen eingenommen. 7 Prozent der Landesfläche wird landwirtschaftlich genutzt. Nur gut 5 Prozent der Landesfläche ist mit Wäldern bedeckt.

Die tieferen Ebenen sind von Wüsten und Halbwüsten geprägt. In den Mittelgebirgshöhen bis 1.500 Meter wechseln sich Steppen, Wiesen und Wälder ab.

Ab etwa 1.500 Höhenmetern finden wir alpine Wiesen und Weiden, die bis zur Schneegrenze heranreichen.

Die Wälder reichen bis etwa 4.000 Meter und beherbergen etwa 120 Baum- und Straucharten.

Über 300 Seen entstanden in Kirgisistan und bilden bezaubernde Landschaften. Der Issyk Kul See ist der größte unter ihnen – sogar der zweitgrößte Hochgebirgssee weltweit.

 

Bevölkerung

Die Bevölkerung Kirgisistans konzentriert sich vor allem in den beiden Tälern Tschuj im Norden und Ferghana im Süden.

Auf einer Fläche von etwa 198 Tausend Quadratkilometern leben etwa 5,5 Millionen Einwohner. Etwa 2 Drittel der Bevölkerung leben auf dem Lande.

Die Hauptstadt von Kirgisistan ist Bishkek. Sie ist das administrative sowie das kulturelle Zentrum des Landes und mit über 900 Tausend Bewohnern die größte Stadt des Landes.

Kirgisistan ist eine Republik und gemäß ihrer Verfassung eine Demokratie. Das wirtschaftlich arme Land entwickelt sich langsam. Dabei sind Handel und Dienstleistungen die wichtigsten Faktoren. Die Landwirtschaft trägt zu einem Drittel zum Bruttoinlandsprodukt bei. Baumwolle, Wolle und Tabak sind wichtige Exportprodukte sowie Gold, Uran und aus den Flusskraftwerken gewonnener Strom. Auch hat die Zucht von Seidenraupen eine wichtige Tradition. Importiert werden Erdöl und Erdgas sowie Maschinen. Die wichtigsten Wirtschaftspartner sind Russland, China und Kasachstan. Der Aufbau einer freien Marktwirtschaft ist das große Ziel nach der Unabhängigkeit von der ehemaligen Sowjetunion.

 

In Kirgisistan leben etwa 80 Nationalitäten. Etwa Zwei Drittel der Bevölkerung sind Kirgisen. Sie sind ein Turkvolk und bekennen sich hauptsächlich zum sunnitischen Islam. Weiter leben in Kirgisistan Usbeken (etwa 14 Prozent), Russen (etwa 8 Prozent) sowie zu geringem Anteil Dunganen (chinesische Muslime), Uiguren, Tataren, Kasachen, etc. Es gibt sogar zwei deutsche Gemeinden im Lande mit etwa 12 Tausend Kirgisistandeutschen.

Über 80 Prozent der Bevölkerung gehören noch heute trotz der langjährigen kommunistischen Regressionen dem islamischen Glauben an. Die Republik Kirgisistan ist aber gemäß ihrer Verfassung ein weltlicher Staat und unabhängig von religiösen Einflüssen.

 

Die Amtssprache in Kirgisistan ist die Turksprache Kirgisisch. Als ehemaliger Teil der damaligen Sowjetunion ist Russisch noch eine der offiziellen Landessprachen.

Kirgisisch gehört neben Usbekisch und Kasachisch zur Sprachfamilie der Turksprachen, von denen die türkische die größte Einzelsprache ist. Etwa 40 kirgisische Dialekte werden gesprochen.

 

Klima

Kirgisistan ist geprägt von einem kontinentalen Klima mit trockenen heißen Sommern (im Süden des Landes bis 45 Grad Celsius) und kalten Wintern bis minus 18 Grad Celsius. Es können auch täglich enorme Temperaturschwankungen erfolgen.

Die westlichen und nördlichen Hänge der Gebirge erhalten mehr Niederschlag. Der Niederschlag nimmt mit der Höhe zu. In höheren Lagen fällt der Niederschlag als Schnee. Hier ist auch in den Sommermonaten Frost möglich.

Der jährliche Niederschlag an den nördlichen Hängen beträgt etwa 750 mm, an den süd-westlichen Hängen des Fergana Gebirgszuges 950 mm und im Norden bei etwa 230 mm.

Die durchschnittlichen Temperaturen im Januar reichen von -2°C bis -8°C in den Tälern sowie in den höheren Lagen von -8°C bis -28°C. In den ersten Wochen des Jahres werden die tiefsten Temperaturen gemessen.

Viele Regionen in Kirgisistan sind mit Ausnahme der höheren Lagen nicht gefroren.

Die Sommermonate sind heiß und trocken mit einer durchschnittlichen Temperatur im Juli von 20-27°C in den Tälern und 15-17°C in den höheren Lagen, während in den alpinen Regionen die Temperatur nicht 5°C übersteigt.

 

Zeit

Die kirgisische Zeit liegt vier Stunden vor der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ). In Kirgisistan wird die Zeit im April bzw. September auf Sommer- bzw. Winterzeit eingestellt.

 

Elektrizität

Die Stromversorgung in Kirgisistan erfolgt bei 220 Volt und 50 Hertz. Für die Stecker ist in der Regel ein Adapter notwendig.

 

Post

Die Post benötigt nach Westeuropa etwa zwei Wochen, kann aber auch zwei Monate unterwegs sein.

 

Telefon

Anrufe von Deutschland nach Kirgisistan benötigen die Landesvorwahl 00996. Möchten Sie nach Deutschland telefonieren wählen Sie 0049 vorweg. Die Ferngespräche laufen über das Fernmeldeamt und werden weiter vermittelt. Ferngespräche können von speziellen Telefonräumen der Post geführt werden oder von den Hotels aus.

Die lokalen Notrufnummern sind 102 für die Polizei, die 103 für den Notarzt sowie die 101 für die Feuerwehr.

Mit Mobiltelefonen können Sie in den Regionen der größeren Städte telefonieren. Der Empfangsbereich ist sehr begrenzt. Roamingverträge bestehen mit allen großen Mobilfunkanbietern in Deutschland.

Internetcafés gibt es in Bishkek.

 

Geschäftszeiten

Die Öffnungszeiten für Büros und Behörden liegen in der Regel von Montag bis Freitag von 8 bis 13 Uhr sowie von 14 bis 18 Uhr.

Die Geschäftszeiten gehen von Montag bis Freitag bis 20 Uhr.

Die Banken in den Städten sowie die Post haben in der Regel von 8:30 Uhr bis 17:30 Uhr geöffnet.

 

Währung

Die Landeswährung Kirgisistans ist der Som. ! Som sind 100 Tijn. Für 1 Euro werden etwa 50 Som gewechselt.

In den größeren Städten ist der Umtausch von Bargeld problemlos möglich. Der Umtausch ist in lizenzierten Wechselstuben, in Banken und in den Hotels möglich.

In Bishkek gibt es in einigen Banken Geldautomaten. Dort werden Ec- und Kreditkarten akzeptiert.

 

Feiertage

01. Januar: Neujahr

07. Januar: russisch orthodoxes Weihnachtsfest

08. März: Tag der Frauen

01. Mai: Tag der Arbeit

05. Mai: Tag der Verfassung

09. Mai: Tag des Sieges

31. August: Tag der Unabhängigkeit

Ende März – Anfang April (abhängig vom Mondkalender): Opferfest Kurban Ait

 

Die Große Seidenstraße; darunter stellen wir uns endlose Karawanen vor, die mit reichen Gütern beladen durch grenzenlose Sandwüsten, vorbei an großen Sanddünen, ziehen.

Die Reisen entlang der Seidenstraße sind Reisen durch vielfältige bunte Kulturen und die einzigartige alte Geschichte Chinas. Während Ihrer Reise entlang der Seidenstraße erleben Sie vielfältige unübertroffene Attraktionen.

Die Seidenstraße erstreckte sich über Tausende Kilometer, durch heiße Wüsten, malerischen Oasen und Bergpässen. Entlang der Route entstanden Städte und ganze Zivilisationen – sie genossen ihre Blütezeit und wurden wieder zerstört. Die alten Städte entlang der Seidenstraße erlebten unzählige verheerende Kriege, Zerstörungen, Brände, Hunger und die Pest. Die bunten und quirligen multikulturellen orientalischen Märkte tobten über Jahrhunderte , die Karawanen transportierten Seide und Edelsteine, Gewürze, Gold und Silber, exotische Vögel und Tiere.

Diese große Handelsstraße hat den Osten mit dem Westen verbunden und war die Ursache für die Gründung vieler einzigartiger Orte, Sehenswürdigkeiten, Kulturen und sogar ganzer Staaten.

Tauchen Sie mit uns ein in die fesselnde Geschichte der Seidenstraße, die eine kulturelle Bereicherung war für Ost und West.

 

 

Die Kirgisen waren seit jeher ein Nomadenvolk. Sie haben es geschafft, ihre Bräuche und Traditionen im Laufe der Jahrhunderte fest verwurzelt in der Kirgisischen Kultur blieben. Die Kirgisen sind ein sehr altes Volk, was sich trotz Jahrhunderte langer Eroberungen und Unterdrückungen ihre Kultur bewahren konnte. Sie haben bis heute ihre liebenswerte Gastfreundschaft behalten. Ein Gast wird bei ihnen als das größte Geschenk betrachtet. Es wurde alles mit ihm geteilt; Essen und Trinken, ihm wurde ein Bett bereitgestellt und ihm galt die ganze Aufmerksamkeit.

 

Die Stammeskultur ist traditionell in Kirgisistan. Aus zwei Dynastien aus den nördlichen sowie aus den südlichen Regionen des Landes entstammen sämtliche Stämme. Bis heute kann man die Differenzierung erkennen.

 

Die Kirgisen sind ein sehr traditionelles und konservatives Volk. Die Bräuche und Traditionen der Vorfahren genießen großen Respekt und werden größtenteils beibehalten. Die Achtung und der Respekt vor der Familie werden in Kirgisistan besonders gelebt.

 

Der Aksal ist das Stammesoberhaupt einer Dynastie. Er wird vom Mulla unterstützt. Er ist ein moslemischer Geistlicher und der Glaubensführer des Stammes. Er führt die Hochzeitszeremonien durch sowie die Bestattungen. Gleichzeitig wird er als Schlichter bei Konflikten gerufen.

 

 

 

Auf dem Gebiet des heutigen Kirgisistan wurden Zeugnisse menschlicher Besiedlung aus der Zeit der Steinzeit vor etwa 300.000 Jahren gefunden.

 

Die Geschichte Kirgisistans ist wenig erforscht. Archäologen vermuten, dass sich zwei unterschiedliche Kulturen entwickelt haben, Tierzucht und Hirtennomaden. Im 7. Jahrhundert vor Chr. war die Nomadenkultur vorherrschend und das Gebiet wurde von verschiedenen Stammesallianzen beherrscht. Im 7. bis 3. Jahrhundert vor Chr. herrschten die Saki im Norden des Landes. Es ist bekannt, dass die Stämme der Saki tapferen Widerstand leisteten gegen den Vormarsch Alexander des Großen durch Zentralasien. Sie wurden von den Usuni vom 2. Jahrhundert vor Chr. bis zum 5. Jahrhundert nach Chr. abgelöst. Im Süden des Landes herrschten die Parkan vom 2. bis 1. Jahrhundert vor Chr., bis sie vom Königreich der Kushani bis zum 4. Jahrhundert nach Chr. abgelöst wurden.

 

Über die ethnische Identität dieser Völker wird bis heute stark diskutiert.

 

Seit dem 6. Jahrhundert begannen viele türkische Stämme, nach Westen zu ziehen. Sie beherrschten größte Landstriche Zentralasiens. In der Geschichte wurde das Gebiet durch türkische, iranische, mongolische und chinesische Eroberern beherrscht.

 

Große Gebiete des heutigen Kirgisistans waren vereint und Teil des türkischen Reiches bis sie im 8. Jahrhundert von den Turgash erobert wurden, die wiederum von den aus der Altai Region stammenden Karluk erobert wurden.

 

Zu welchem Zeitpunkt die Landesfläche des heutigen Kirgisistan entstand, wird noch heute diskutiert. Hinweise auf Stämme mit diesem Namen in der Altai Region verweisen auf das 10. Jahrhundert. Jedoch Zeugnisse eines andern Volkes gleichen Namens aus der Region des Flusses Enisei stammen aus dem 2. Jahrhundert vor Chr.

 

Aus dem 10. Jahrhundert stammen die ersten schriftlichen Überlieferungen über die im Tien Shan Gebirge lebenden kirgisischen Stämme.

 

   
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