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Die Kirgisen waren seit jeher ein Nomadenvolk. Sie haben es geschafft, ihre Bräuche und Traditionen im Laufe der Jahrhunderte fest verwurzelt in der Kirgisischen Kultur blieben. Die Kirgisen sind ein sehr altes Volk, was sich trotz Jahrhunderte langer Eroberungen und Unterdrückungen ihre Kultur bewahren konnte. Sie haben bis heute ihre liebenswerte Gastfreundschaft behalten. Ein Gast wird bei ihnen als das größte Geschenk betrachtet. Es wurde alles mit ihm geteilt; Essen und Trinken, ihm wurde ein Bett bereitgestellt und ihm galt die ganze Aufmerksamkeit.

Die Stammeskultur ist traditionell in Kirgisistan. Aus zwei Dynastien aus den nördlichen sowie aus den südlichen Regionen des Landes entstammen sämtliche Stämme. Bis heute kann man die Differenzierung erkennen.

Die Kirgisen sind ein sehr traditionelles und konservatives Volk. Die Bräuche und Traditionen der Vorfahren genießen großen Respekt und werden größtenteils beibehalten. Die Achtung und der Respekt vor der Familie werden in Kirgisistan besonders gelebt.

Der Aksal ist das Stammesoberhaupt einer Dynastie. Er wird vom Mulla unterstützt. Er ist ein moslemischer Geistlicher und der Glaubensführer des Stammes. Er führt die Hochzeitszeremonien durch sowie die Bestattungen. Gleichzeitig wird er als Schlichter bei Konflikten gerufen.

 

Auf dem Gebiet des heutigen Kirgisistan wurden Zeugnisse menschlicher Besiedlung aus der Zeit der Steinzeit vor etwa 300.000 Jahren gefunden.

Die Geschichte Kirgisistans ist wenig erforscht. Archäologen vermuten, dass sich zwei unterschiedliche Kulturen entwickelt haben, Tierzucht und Hirtennomaden. Im 7. Jahrhundert vor Chr. war die Nomadenkultur vorherrschend und das Gebiet wurde von verschiedenen Stammesallianzen beherrscht. Im 7. bis 3. Jahrhundert vor Chr. herrschten die Saki im Norden des Landes. Es ist bekannt, dass die Stämme der Saki tapferen Widerstand leisteten gegen den Vormarsch Alexander des Großen durch Zentralasien. Sie wurden von den Usuni vom 2. Jahrhundert vor Chr. bis zum 5. Jahrhundert nach Chr. abgelöst. Im Süden des Landes herrschten die Parkan vom 2. bis 1. Jahrhundert vor Chr., bis sie vom Königreich der Kushani bis zum 4. Jahrhundert nach Chr. abgelöst wurden.

Über die ethnische Identität dieser Völker wird bis heute stark diskutiert.

Seit dem 6. Jahrhundert begannen viele türkische Stämme, nach Westen zu ziehen. Sie beherrschten größte Landstriche Zentralasiens. In der Geschichte wurde das Gebiet durch türkische, iranische, mongolische und chinesische Eroberern beherrscht.

Große Gebiete des heutigen Kirgisistans waren vereint und Teil des türkischen Reiches bis sie im 8. Jahrhundert von den Turgash erobert wurden, die wiederum von den aus der Altai Region stammenden Karluk erobert wurden.

Zu welchem Zeitpunkt die Landesfläche des heutigen Kirgisistan entstand, wird noch heute diskutiert. Hinweise auf Stämme mit diesem Namen in der Altai Region verweisen auf das 10. Jahrhundert. Jedoch Zeugnisse eines andern Volkes gleichen Namens aus der Region des Flusses Enisei stammen aus dem 2. Jahrhundert vor Chr.

Aus dem 10. Jahrhundert stammen die ersten schriftlichen Überlieferungen über die im Tien Shan Gebirge lebenden kirgisischen Stämme.

Seit Mitte des 18. Jahrhunderts drangen die Russen nach Zentralasien vor und besetzten das Land. Kirgisistan wurde seit Beginn des 20. Jahrhunderts ein Teil der Sowjetunion. Seit dem Fall der Sowjetunion 1991 entwickelte sich Kirgisistan zu einer stabilen souveränen Republik.

 

 

Reiterspiele – ein wichtiger Bestandteil der kirgisischen Kultur

Seit der Antike spielen Pferde eine große Rolle für die Kirgisen. Das Pferd war stets der Begleiter der Nomaden als Nutz- und Reittier. In den Mythen und Legenden und in der Volksmusik wird das Pferd immer wieder thematisiert.

Die Reiterkünste der Kirgisen sind legendär. Im 3. Jahrhundert wurden die Menschen sogar mit ihren Pferden begraben. Kinder wurden nach den Pferden benannt, denn man glaubte, dass böse Geister große Angst vor Pferden hatten.

Es wird sogar behauptet, dass die kirgisischen Kinder zuerst lernten, Pferde zu zähmen und zu reiten, bevor sie laufen konnten.

Das Pferd gilt noch heute als das wichtigste Fortbewegungsmittel in Kirgisistan.

An den traditionellen Feiertagen und Volksfesten finden bis in die Gegenwart Pferderennen und

–spiele statt.

Eines der populärsten Spiele ist Ulak Tartish. Der Ursprung dieses Spiels ist in der Antike zu finden, als Viehherden über das ganze Jahr in den Steppen und Bergen grasten. Sie waren stets der Gefahr ausgesetzt, von Wölfen oder anderen Raubtieren angegriffen zu werden. Die Nomaden hatten keine Schusswaffen, so hatten sie nichts den Wölfen entgegen zu bringen. Sie haben den Wolf mit Stöckern beschäftigt und auf Distanz gehalten bis es einem gelang den Wolf zu fangen und zu überwältigen.

Die Menschen wollten für solche Ereignisse vorbereitet sein und begannen zu ringen hoch zu Pferde und um einen Ziegenkadaver zu wetteifern. Eine Ziege wog etwa 30 bis 40 Kilogramm. Das Spielfeld war durchschnittlich 300 Meter lang und 150 Meter breit. Das Ziel des Spiels war es, den Ziegenkadaver zu ergreifen und durch das gegnerische Tor zu befördern.

Ein weiteres Spiel ist Aht Chabysh. Gewöhnlich findet das Spiel zur Ferienzeit zu einem Festival statt. Es handelt sich um ein Wettreiten über 100 Kilometer. Oft waren die Reiter Jungen im Alter von 10 bis 13 Jahren und ritten ohne Sattel.

Oodarysh – Wrestling zu Pferde, ist auch eine beliebte Aktivität. Zwei Reiter versuchen sich gegenseitig vom Pferd zu werfen. Erlaubt ist auch, Reiter und Pferd umzustoßen.

Kyz Kumai – Jagd auf die Braut, heißt ein zu Hochzeiten belibtes Spiel seit der Antike. Die Braut hatte das beste Pferd und sie musste ihrem Bräutigam davon reiten. Der werdende Ehemann musste hinter ihr her jagen. Er musste ihr seine Liebe beweisen, indem er alles gab, um sie zu fangen. Das Spiel war beendet, indem der Bräutigam seine Braut gefangen hat und sie geküsst hat. Der Bräutigam bekam das schlechtere Pferd, so kam es oft vor, dass er seine Braut nicht fangen konnte. In diesn Fällen würde er davon reiten und die Braut würde hinter ihm her reiten und ihn mit ihrer Kamchi (=“Pferdepeitsche“) versuchen zu schlagen. Die Hochzeit würde aber auf jeden Fall stattfinden.

Neben diesen Spielen gibt es auch solche, bei den der Reiter sein ganzes Geschick zeigen konnte, indem er z.B. eine Münze vom Boden während des Galopps vom Boden nahm oder auf ein Ziel schießen konnte.

 

Der Brautraub ist eine alte kirgisische Tradition: Ein junger Kirgise kann ein Mädchen, das ihm gefällt rauben. Es ist eine Zeremonie. Am vorher bestimmten Tag versammelt sich die Familie des Bräutigams im Haus des Mannes. Ein Festessen wird zubereitet und für die Braut wird ein Zimmer hergerichtet. Erreicht die Braut das Haus des Mannes, wird ihr Kopf wird mit einem weißen Kopftuch bedeckt als Zeichen ihrer Jungfräulichkeit…

Noch heutzutage wird nach der Hochzeitszeremonie das Ritual des Brautraubes gefeiert.

Ein weiteres Ritual führt die Braut in ihre neue Familie ein. Das Hochzeitspaar wird zu Verwandten des Bräutigams eingeladen. Die Braut wird als gleichberechtigtes Familienmitglied anerkannt, sobald sie beim Kochen Fett in den Kessel gegeben hat.

Die Geburt eines Kindes ist traditionell das wichtigste familiäre Ereignis in Kirgisistan. Es gilt als Symbol für den Fortbestand des Stammes und seiner Traditionen. Die von den Stammesmitgliedern sehr respektierten Aksakale geben den Kindern ihren Segen mit auf ihr hoffentlich langes und glückliches Leben. Die schwangeren Frauen werden streng behütet und vor jeder körperlichen Anstrengung bewahrt. Auch durften sie ohne beschützende Begleitung das Dorf nicht alleine verlassen. Sogar mystische Rituale werden ausgeübt, um Mutter und Kind von den bösen Geistern zu bewahren. Die schangeren Frauen tragen heute noch ein sie beschützendes Amulett

„tushoo kesü“ ist eine schöne Zeremonie, wenn das Kind seine ersten selbständigen Schritte macht. Dem Kind werden beide Beine mit einem Garn zusammen geschnürt. Es wird ein Wettlauf unter den Gästen veranstaltet. Dem Sieger des Wettlaufes gebührt die Ehre, dem Kind seine Fesseln durchschneiden zu dürfen und das Kind an die Hand zu nehmen und es auf seinen ersten zehn Metern zu begleiten. Das Kind wird nun sein ganzes Leben lang sicher gehen.

 

Das moslemische Neujahrsfest noorus wird im ganzen Land gefeiert. Die Menschen reinigen sich symbolisch am Lagerfeuer. Es folgt ein reichhaltiges Festessen als Symbol für ein fruchtbares Jahr.

Mit kleinen Stoffen geschmückte Bäume und Sträucher fallen auf einer Reise durch Kirgisistan auf. Wünsche und Sorgen werden so den Göttern übermittelt.

 

Obwohl die überwältigende Mehrheit der Kirgisen Moslems sind, nimmt der Islam jedoch keinen Einfluss auf die Lebensweise, Kultur und die Kunst der Kirgisen.

Die südlichen Regionen Kirgisistans sind konservativ geprägt und stärker vom Islam beeinflusst als die nördlichen. Dazu werden die Differenzen durch seit vielen Jahrhunderten bestehenden unterschiedlichen Traditionen der verschiedenen Stämme weiter verstärkt

 

Das Jagen mit dem Adler

Die Falknerei hat in Kirgisistan eine lange Tradition. Seit vielen Jahren jagen Kirgisen mit Hilfe von Falken und Steinadlern.

Das traditionelle Jagen mit abgerichteten Adlern – „berkutchi“ genannt – wird noch von einigen der kirgisischen Volksgruppe Bugu in der Region der Stadt Karakul betrieben.

Diese Jagd ist im Kirgisischen Alltag eine Berufung und wird an die Nachkommen vererbt. Die Beziehung des Greifvogels und seines Herren ist sehr persönlich und aufwendig. Während der Ausbildung eines jungen Adlers muss der „Berkutchy“ auf viel Schlaf verzichten. Dem jungen Adler werden über Wochen die Augen verschlossen bis zu seiner kompletten Abhängigkeit von seinem Herren. Diese Intimität und Abhängigkeit soll ein Leben lang halten. Es wird gesagt, wenn der Mensch den Adler trainiert, wird gleichzeitig der Mensch vom Adler trainiert. In Kirgisistan gibt es ein Sprichwort: „Es gibt drei Dinge, die ein echter Mann besitzen sollte: ein schnelles Pferd, einen Hund und einen Steinadler.“

 

Kirgisische Küche

In der traditionellen kirgisischen Küche dreht sich alles um Hammel- und Pferdefleisch sowie um verschiedene Milchprodukte. Sie ist relativ kräftig und fettreich. Zu den Mahlzeiten wird in der Regel Brot serviert und relativ wenig Gemüse. Begonnen wird mit einer Suppe, meist Nudelsuppen mit Hammelfleisch, Gemüse und Kartoffeln. Populäre Hauptgerichte sind Schaschlik, Hammelfleisch mit Reis und die gedämpften Teigtaschen gefüllt mit Fleisch und Gemüse. Das Nationalgericht ist Plov, zubereitet aus Hammel-, Rind- oder Hühnerfleischstücken, gebratenem Reis und Steckrüben.

 

Traditionelle Getränke sind grüner und schwarzer Tee sowie Dsharma aus gegorenem Gerstenmehl, Kumys aus gegorener Stutenmilch und Boso aus gegorener Hirse gemacht.

Kumys ist das Nationalgetränk der Kirgisen aus gegorener Stutenmilch. Das Getränk ist sehr förderlich für Verdauung, Stoffwechsel und das Herz-Kreislauf-System. Nachweislich stärkt es die Abwehrkräfte und wirkt heilend auf Tuberkulose, Blutarmut und anderen Erkrankungen.

 

Die Kochtechniken und Hauptbestandteile des Essens sind sehr beeinflusst von der nationalen Nomadenkultur. So spielt die langfristige Konservierung der Lebensmittel und deren Verarbeitung eine große Rolle. Hammelfleisch ist der populäre Favorit, auch wenn es nicht immer erschwinglich ist.

Kirgisistan ist die Heimat vieler verschiedener Volksgruppen und deren verschiedenen Küchen. In den größeren Städten wie Bishkek, Osh, Jajaj Abad und Karakol finden wir das gesamte nationale Angebot für jeden Geldbeutel. Auf dem Lande und in den Dörfern wird eine einfachere kirgisische Küche angeboten großzügig mit Öl oder Schafsfett angerichtet, was die lokale Bevölkerung als sehr delikat und gesund erachtet.

 

Handwerk

Das kirgisische Kunsthandwerk hat eine lange Tradition

Die kirgisischen Frauen stellen ein breites Angebot an Textilien her, meist aus dem Fell ihrer Schafe. Die alten Muster werden heute für die Touristen und Exporthandel adaptiert. Es bleibt aber eine lebendige Tradition, dass alle Jurten und die meisten Häuser mit handgefertigten Teppichen oder Vorlegern („shirdaks“ genannt) ausgestattet sind. Die Muster der Teppiche haben alle eine symbolische Bedeutung. Siesollen Erfolg und Glück bringen. Die Fertigung der Shirdaks wird von Generation zu Generation weitergegeben. Es werden ausschließlich natürliche Materialien und Naturfarben verwendet.

Tush kyiz sind große kunstvoll bestickte Wandteppiche, die traditionell in Kirgisistan und Kasachstan von den älteren Frauen hergestellt werden in Gedenken an die Hochzeit ihres Sohnes oder ihrer Tochter.

Die Farben und Designs sind so gewählt, um die kirgisischen Traditionen und das ländliche Leben zu symbolisieren. Blumen, Pflanzen, Tiere, nationale Designs sowie Embleme des kirgisischen Alltags sind oft in diesen kunstvollen und bunten Stickereien zu finden. Die Kunstwerke sind oft mit dem Datum und der Unterschrift des Künstlers nach Fertigstellung der Arbeit, die oft über Jahre dauern kann, versehen.

Der Tush Kyiz wird in der Jurte über das Ehebett des Paares aufgehängt und symbolisiert ihren Stolz in ihre kirgisische Tradition. Flache Kissen – „Tushok“ genannt – werden oft als Zwillingspaar gefertigt. Sie sind auf jedem Stuhl als Polsterung zu finden.

Die kirgisischen Frauen sind sehr geschickt. Aus vielen einzelnen Stoffen fertigen sie Decken, Tücher und Kissen. Die Kunst wir kurak genannt und bedeutet so viel wie „aus Altem Neues erschaffen“. Alte Stoffe, die noch in einem guten Zustand sind, werden zerschnitten und neu in verschiedenen Mustern zusammengenäht. Tiere und Blumen sind bevorzugte Motive.

Die Stickerei und Malerei sind ebenso beliebte Kunstrichtungen. Auf Leder, Samt und Bauwollstoffen sticken die kirgisischen Frauen mit Seiden- und Baumwollfäden wunderbare bunte Muster und Motive. Die Fertigkeit der Stickerei wird von Mütern an ihre Töchter weiter vererbt.

 

Die Jurte ist die traditionelle Behausung der Nomaden. Sie kann leicht auf und wieder abgebaut werden. Zuerst wird das Gerüst aus gekrümmten Holzstangen gebaut. Die Holzstangen werden oben durch einen hölzernen Ring zusammen gehalten. Das Gerüst wird anschließend mit Filzstoffen bedeckt, die die Nomaden vor den heißen Sommern und den kalten Wintern schützen. In der Mitte der Jurte wird der Feuerplatz eingerichtet.

 

Die geistige Kultur Kirgisistans wurde seit vielen Jahrhunderten traditionell in Form von Liedern, Dichtungen und Erzählungen bewahrt und weitergegeben. Durch das Land ziehende Sänger und Dichter sind sehr populär. Die „Akyns“ tragen ihre Geschichten in Versform vor. Weiter bestehen viele Legenden, die von kirgisischen Helden und Mythen handeln. Die populärste der endlosen Legenden ist die Geschichte vom berühmtesten kirgisischen Helden Manas.

Die Dichtungen über Mythologie, Legenden, aber auch Sprichwörtern, Weisheiten und Redensarten, werden meist singend vorgetragen und mit traditionellen Musikinstrumenten begleitet.

 

 

 

Kirgisische Musik

An die Länder China, Usbekistan oder Tadschikistan angrenzend werden wir in Kirgisistan von ganz unerwarteter Musik überrascht. Anstelle der bunten orientalischen Klänge erwartet uns eine einfache auf einer Tonart basierende einstimmige Musik.

Die kirgisische Musik hat eine lange nomadische Tradition und ist weiterhin sehr ursprünglich. Die Kirgisen singen und musizieren sehr gerne und künstlerisch. Die Volksmusik spiegelt die positive Lebenseinstellung des kirgisischen Volkes wider. Sie drückt die Vorstellungen von Glück aus, Gefühle und Hoffnungen. Die kirgisischen Musikinstrumente sind auch sehr einfach und leicht gestaltet. Durchs Land ziehende Musiker und Schamanen – „Manashi“ genannt - ihr Gesang und Komuz Spiel sind im ganzen Land sehr populär. Ihre Musik beschreibt Heldenepen wie die berühmteste Geschichte in Kirgisistan, das Manas Epos. Das ist die Geschichte eines patriotischen Kriegers namens Manas und seine Nachkommen im Kampf gegen China.

Abgesehen von der Momuz gehören der Kyl kiak (eine zweisaitiges Bogen Instrument mit einer Geige zu vergleichen), die Sybyzgy (eine Seitenflöte), die Chopo Choor und die Temir Ooz (eine Maultrommel) zu den kirgisischen Volksinstrumenten.

Die Komuz ist das Nationalinstrument Kirgisistans. In den vergangen Zeiten war es in jeder Jurte zu hören. Sie ist ein dreisaitiges Zupfinstrument. Es wird mit den Fingern gespielt. Traditionell wird das Instrument aus Aprikosenholz gefertigt. Es verleiht dem Instrument einen besonderen Klang.

Die „Komuztschus“ sind wahre Künstler im Umgang mit der Komuz. Sie singen und spielen über das alltägliche Leben, Heldensagen, Komödien und Dramen.

Die zweisaitige Kyl Kiak ist ebenso ein wichtiges Symbol der kirgisischen Identität. Sie ist ein Streichinstrument angelehnt an die mongolische Morin Huur.

Die kirgisischen Volkssänger sind sehr beliebt. Sie werden Akyn genannt. Der Begriff setzt sich aus zwei Bedeutungen zusammen, Dichter und Sänger. Der „Tökmö Akyn“ „schüttet“ seine Gedanken in dichterischer und melodischer Form aus.

 

Bis Ende des 19. Jahrhunderts existierte in Kirgisistan nicht die geschriebene kirgisische Sprache. Erst die russischen Besatzer haben die kirgisische Schrift eingeführt. Zuvor wurden die Traditionen und Legenden von den sogenannten „Manashys“ bewahrt und mündlich wiedergegeben. Das Manas Epos ist Kirgisistans weltberühmtes Gedicht mit über 2 Millionen Versen. Die Manashya, das sind die populären Geschichtenerzähler in Kirgisistan, benötigen etwa 6 Monate, um die komplette Geschichte zu erzählen. Das Werk erzählt die Geschichte des populärsten kirgisischen Helden Manas. Der legendäre Kriegsherr vereinte die unzähligen kirgisischen Stämme und führt die an gegen die Eroberer und Unterdrücker.

Das vermutlich aus dem 9. Jahrhundert stammende Epos besteht aus drei Teilen: Manas, Semetej (der Sohn von Manas) und Sejtek (der Enkel von Manas). Es wurde in die Liste der UNECO Weltkulturerbe mit aufgenommen

   
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