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Die Yi zählen gut neun Millionen Mitglieder. Ihre Geschichte begann vor 6.000 Jahren. Sie sprechen ihre eigene Sprache und haben ihre eigene Schrift sogar eine eigene Zeitrechnung entwickelt. Ihr ursprünglicher Kalender teilte das Jahr in zehn Monate auf zu 36 Tagen. Im zehnten Monat fand dann das Jahresfest statt.

Beeinflusst durch den Monkalender der Han Chinesen haben die Yi ihren Kalender entsprechend umgesetzt in zwölf Monate und berechnen den Jahreszyklus ebenso in zwölf Tierzeichen.

Ihre literarischen Werke sind ein sehr üppiges Kulturgut. Sie behandeln in der Yi Sprache sämtliche Themen über Literatur, Politik, Wirtschaft, Recht, Militär, Kunst, Astronomie, Meteorologi, Medizin sowie Philosophie.

Die Yi leben monogam.

Bei einer Hochzeit wurden von der Familie der Braut oft viele Verlobungsgeschenke verlangt. Eine Hochzeit mit Angehörigen anderer Volksstämme war streng verboten. Auch hatte die Braut in manchen Regionen in der ersten Zeit bevor sie ihr erstes Kind bekommt weiter bei ihren Eltern zu leben. Ein weiterer Brauch bei den Yi ist die Entführung der Braut durch die Familie des Bräutigams. Die Familie der Braut hatte unter einem Schaukampf die Braut zurück zu erobern. Nach dem Schauspiel wurde die Familie des Bräutigams natürlich gastfreundlich bewirtet. Auch während der Hochzeitsnacht hatte das frisch vermählte Paar einen Streit vorzutäuschen mit entsprechender Versöhnung.

Traditionell bildet der Ackerbau und die Viehzucht die Lebensgrundlage der Yi. Die Yi verehren die Natur sowie ihre Ahnen. Einige wenige sind zum Taoismus und zum Buddhismus gewechselt.

Von den vielen traditionellen Festen ist das Fackelfest im Herbst das wichtigste. Hier wird gesungen und getanzt, dabei Fackeln geschwenkt und viele Freudenfeuer angezündet. Es finden auch diverse Wettkämpfe zu diesem Festival statt. So werden Bootswettkämpfe ausgetragen, Stierkämpfe, Tauziehen, Ringkämpfe auch Bogenschießen und andere spannende sowie sehr unterhaltsame und teilweise exotische Wettkämpfe.

Auch sind die Yi leidenschaftliche Sänger und Tänzer. Unzählige Lieder für jeden Anlass werden zwischen den Generationen weiter getragen.

Ihre traditionellen Handwerkskünste sind die Lackmalerei, die Silberschmiedekunst sowie ihre Stickereikunst.

Der Volksstamm der Yi hat sich weit ausgebreitet. So haben sich die einzelnen Gruppierungen im Laufe der Zeit sehr unterschiedlich entwickelt. In einem Dorf leben in der Regel zwanzig bis dreißig Familien. Ihre Trachten unterscheiden sich regional. Die Männer tragen in der regel eine schwarze, nach rechts schräg geknöpfte Jacke mit engen Ärmeln und lange Hosen. Sie lassen sich einen kleinen Haarschopf wachsen. Dann tragen sie einen Turban aus dunkelblauem Stoff und formen vorne rechts um den Haarbüschel einen Kegel - eine Demonstration männlicher Stattlichkeit.

Die Damen tragen eine gesäumte oder bestickte,  nach rechts geknöpfte Bluseund einen langen Rock, dessen Rand mit buntem nuancenreichen Stoff gesäumt ist. Die Damen tragen eine schwarze oder eine quadratförmig bestickte Kopfbedeckung, die mit Zöpfen ähnlich einer Schirmmütze bedeckt ist. Die Damen schmücken sich dazu gerne mit Ohrringen und silbernem Halsschmuck.

 

 

Die Yao sind ein über zweitausend Jahrer alter Volksstamm. Sie siedeln in den bergigen Regionen in den südlichen und südwestlichen Regionen Chinas inmitten dichter Nadelwälder, Bambus und Teebüschen; darüber hinaus in den nördlichen Regionen von Laos und Vietnam sowie Thailand. Die Yao siedeln zudem in Gebieten reich an Indigo, essbaren Pilzen, Bambussprossen, süßem Gras und Heilkräutern.

In China haben sich fünf Gruppierungen mit ihren eigenen Sprachen gebildet.

Ihre ursprüngliche Religion basiert auf dem mittelalterlichen chinesischen Taoismus. Die Yao sind im Laufe der Zeit zahlreich zum Buddhismus und Christentum konvertiert.

Die Yao verehrten traditionell eine Vielzahl von Göttern sowie ihren Vorfahren. Ihr Glaube an Panhu - der "Hund Geist" - offenbart ein Überbleibsel des Totemismus.

Einige Gemeinden gestalten alle paar Jahre ein aufwendiges gesungenes Ritual und opfern Schriften ihren Ahnen und Göttern.

In einigen Gemeinden wurde eine feierliche Zeremonie durchgeführt, wenn ein Jugendlicher in die Männlichkeit trat. Die Legende besagt, dass der Junge bei dieser Zeremonie von einer drei Meter hohen Plattform springen, eine Stange mit Hilfe scharfer Messer emporklettern, auf heißen Kohlen laufen sowie seine Hand in siedendes Öl eintauchen muss. Erst nach dem Bestehen dieser Tests konnte er heiraten und sich an den sozialen Aktivitäten in der Gemeinschaft beteiligen.

Vor über 2.000 Jahren lebten die Vorfahren der heutigen Yao um das Gebiet der Stadt Changsha, der Hauptstadt der heutigen südlichen Provinz Hunan.

Die Yao waren stets bekannt für ihr handwerkliches Geschick. Sie sind Experten in der Web- und Stickkunst. Seit 200 v.Chr. benutzten sie Baumrinde zum Weben gefärbt mit Gras Samen. Später entwickelten sie zarte Muster auf weißem Tuch mit Indigo und Bienenwachs gefärbt. Die Tücher waren im ganzen Land begehrt. Schmiedeeisen, Messer, die Armbrust, indigo gefärbte Stoffe, die Webmaschine wurden angeblich von den Yao entwickelt. In der Song Dynastie um 1.000 n.Chr. begannen die Yao mit der Viezucht und begannen in der Landwirtschaft eisengeschmiedete Geräte einzusetzen. In der Ming Dynastie entwickelten die Yao die Reisterassen an den Berghängen und pflanzten auf denen Reis und andere verschiedene Arten von Pflanzen. Die Yao gruben Gräben und Rinnen, um das Wasser aus den Quellen für die Bewässerung der Felder zu leiten sowie die Bäder an ihren Wohnungen mit täglichem Wasser zu versorgen. Neben der Landwirtschaft und Viehzucht gingen die Yao auch auf die Jagd, Heilkräuter wurden gesammelt sowie die Webereikunst wurde betrieben.

Neben Trommeln, Gongs und dem Suona Horn - einem Holzblasinstrument - ist die lange Hüfttrommel das traditionelle Musikinstrument der Yao. Der lebendige "Hüfttrommeltanz" wurde populär weit über Chinas Grenzen hinaus.

Seit zweitausend Jahren herrschte der Feudalismus. Die Ländereien waren zumeist im Eigentum weniger Han. Die Yao waren zumeist einfache Farmer und Bauern und hatten hohe Steuern zu bezahlen. Die Feudalherrschaft zwang viele mittellose Yao häufig, ihren Standort zu wechseln. Nur geringe Gebiete waren im Eigentum der Yao. Seit der Han Dynastie wurde das Leben der Yao durch die Häuptlingsfamilien regiert. Die Häuptlinge waren wiederum der von den Han geführten Zentralregierung verpflichtet.

Die Yao haben eine uralte revolutionäre Tradition. Sie kämpften bereits in der Han Dynastie gegen die feudale Knechtschaft. Erst in den demokratischen Reformen nach 1949 gelang es den Yao, das Feudalsystem zu beenden. Es wurden allmählich autonome Gebiete für die Yao geschaffen. Bis 1963 entstanden acht autonome Gebiete mit über zweihundert autonomen Gemeinden. Diese Politik der regionalen Autonomie ermöglichte den Yao schließlich, ihre eigenen Herren zu sein und sich selbst zu organisieren und zu verwalten. So hatte die endlose Geschichte der Diskriminierung schließlich doch ein Ende.

Vor 1949 hatten die Yao keine eigene geschriebene Sprache. Aufzeichnungen wichtiger Angelegenheiten wurden durch Schnitzen von Kerben auf Holz oder Bambus dokumentiert.

Die Familien in einer Gemeinschaft arbeiten stets zusammen und verteilten ihre Jagdbeute sowie ihre landwirtschaftlichen Produkte fair untereinander. 

Die Yao pflegen eine herrliche mündliche literarische Tradition. Singen bildet einen unverzichtbaren Teil ihres Lebens. Wenn im Frühjahr die Felder bestellt werden arbeiten die Haushalte einer Gemeinde zusammen für einen Haushalt nach dem anderen bis sämtliche Felder bearbeitet wurden. Dabei stehen ein oder zwei ausgewählte Personen dabei, benutzen die Trommel und beleben die Arbeit mit ihrem Gesang. Junge Männer und Frauen singen oft im Wechselgesang die ganze Nacht hindurch. Die Texte sind reich an Inhalten. Einige Volkslieder sind wunderschöne Liebeslieder. Andere erzählen die Geschichte der Yao Menschen. Sie untermalen die freudige Stimmung auf Hochzeiten oder synchronisieren die Arbeitsbewegungen auf den Feldern, erzählen Legenden über die Erschaffung von Himmel und Erde, stellen sinnvolle Fragen oder erzählen humorvolle Geschichten. Viele dieser Geschichten und Legenden wurden Wort für Wort von Generation zu Generation über die Jahrhunderte hinweg weitergetragen.

Die Yao haben einzigratige Lebensformen, die sich in den verschiedenen Yao-Gemeinden unterscheiden.

Die Bekleidung der Herren ist meist in blau oder schwarz gehalten. Sie tragen Jacken, in der Mitte oder links geknöpft sowie in der Regel einen Gürtel. Die Männer tragen die Hosen sehr lang oder bevorzugen Shorts. In anderen Gemeinden tragen die Männer weiße knielange weiße Kniebundhosen.

Die Yao Damen tragen ihre kragenlosen Jacken oder auch knielange Jacken, Stoffgürtel und Röcke entweder lang oder kurz - sämtlich bestickt mit schönen Mustern sowie aufwendig geschmückt.

Auch finden regelmäßige allmonatliche Festivals in den Yao Gemeinden statt, die sich auch regional unterscheiden. Aber bedeutende Feste wie das alljährliche Frühlingsfest oder das alle drei oder fünf Jahre stattfindende "Shuawang Festival" werden gemeinsam gefeiert.

Die Frauen schneiden ihre Harre nur zweimal in ihrem Leben: wenn sie volljährig werden sowie wenn sie heiraten. Die abgeschnittenen Haare werden aber weiterhin getragen. Niemand außer der Ehemann darf die Haare berühren.

Es bestehen auch interessante Hochzeitsbräuche. Die Jugendlichen nutzen den Wechselgesang zwischen Mann und Frau um zueinander zu finden und unter der Voraussetzung des Einverständnisses der Eltern zu heiraten.

Die Familie des Bräutigams hat jedoch an die Familie der Braut eine hohe Mitgift zu leisten. Kann sich die Familie dieses Geschenk nicht leisten, so hat der Bräutigam in der Familie der Braut zu leben und zu arbeiten.

In alten Traditionen hatten die Brüder der Mutter ein entscheidendes Mitspracherecht in wichtigen familiären Angelegenheiten und genossen viele andere Privilegien. In einigen Regionen waren die Töchter dre Schwestern des Vaters verpflichtet, die Söhne der Brüder der Mutter zu heiraten. Wenn ein anderer Ehepartner vorgeschlagen wurde, so mussten die Verlobungsgeschenke an die Brüder der Brautmutter gezahlt werden.

Ein typisches Yao Haus wird rechteckig aus Holz und Bambus gebaut. Es beinhaltet in der Regel ein Wohnzimmer sowie zwei Schlafzimmer, die mit einem Herd ausgestattet sind. In den Bergen werden die Häuser zumeist zweistöckig gebaut. Hierbei dient die untere Etage den Stallungen. Für die Familien, die ein Badezimmer angebaut haben, ist das tägliche bad ein Muss - auch in den strengen Wintermonaten.

Reis, Mais, Süßkartoffeln sind die Hauptnahrungsmittel sowie die Gemüsesorten Paprika, Kürbisse und Sojabohnen. Auch sind alkoholische Getränke und Tabakwaren sehr beliebt.

Eine Spezialität ist der "Ölige Tee". Teeblätter werden in Öl gebraten und anschließend in einer dicken, salzigen Suppe gekocht mit Reis oder Sojabohnen.

Eine weitere Delikatesse ist das eingelegte Vogel- oder Rindfleisch.

 

 

Die Qiang sind eine der 56 offiziell anerkannten ethnischen Minderheiten in China. Zu ihr zählen heute noch gut 300.000 Angehörige, welche überwiegend in der chinesischen Provinz Sichuan leben.

Die Volksgruppe Qiang blickt auf eine 3.000 jährige Geschichte zurück. die Qiang leben hauptsächlich von Ackerbau, Obst- und Forstwirtschaft und Viehzucht. In ihrem primitiven Glauben verehren sie eine weiße Steinsorte als göttlichen Träger. Überall sind weiße Steine zur Anbetung angelegt, wo göttlicher Beistand erhofft wird.  Da von der Gestalt der Götter bekannt war, fiel die Wahl auf die weißen Steine. Die Anbetung von Gesteinen ist unter den ethnischen Minderheiten in vielen Gegenden Süd- und Westchinas verbreitet.

Die Qiang leben bevorzugt in hohen Gebirgsregionen mit tiefgeschnittenen Tälern. Seilbrücken überspannen die zahlreichen Flüsse ihrer Heimat, in den dichten Wäldern, an überhängenden Felsen und steilen Bergwänden haben sie kunstvolle Holz- und Steinstege angelegt. Sie besitzen eine große Fertigkeit, ihre Häuser, Anlagen und Festungen aus Steinen an Berghängen zu errichten. Zum Schutz vor Angriffen errichteten die Qiang traditionell ihre Behausungen in umzäunten Dörfern. Die Häuser sind aus Stein und normalerweise zwei bis drei Stockwerke hoch. Im Erdgeschoss wird das Vieh gehalten, im mittleren Stock gewohnt und im obersten wird das Getreide gelagert. Die aus Stein gebauten Häuser drücken sich eng an kahle Felswände, die Gassen sind teilweise überdacht.

Die abwechslungsreichen Dörfern erinnern an beeindruckende Steinburgen.

Mächtige viereckige oder sternförmige Wachtürme aus unverarbeiteten Steinen erinnern an eine Zeit des Konflikts zwischen Han-Chinesen und Tibetern.

 

 

Die Miao gehören mit zu den Ureinwohnern in China. Sie bilden mit etwa neun Millionen Angehörigen eine der größten ethnischen Minderheiten in Südwestchina. Ihre Geschichte beginnt vor über 4.000 Jahren. Schriftliche Aufzeichnungen von den Miao existieren seit etwa 2.000 Jahren. Unzählige Geschichten und Gedichte wurden von Generation zu Generation überliefert. Sie leben hauptsächlich in den bewaldeten Berglandschaften in den südlichen Provinzen Chinas in dicht verknüpften Gemeinden. Außerhalb Chinas leben Untergruppen der Miao vor allem die Hmong ebenfalls in den bewaldeten Berglandschafften in Laos, Myanmar, Thailand sowie Vietnam (z.B. die schwarzen Hmong in Sa Pa im Nordwesten Vietnams)

Die Miao verheren traditionell ihre Ahnen sowie viele Götter und Geister. Nur wenige sind zum katholischen oder protestantischen Glauben gewechselt. Seit 3.000 Jahren betreiben die Han Chinesen eine dominante und expandierende Agrarwirtschaft. Die Bevölkerung wuchs sehr stark, sodass die Miao immer weiter in die südlichen Bergregionen verdrängt wurden und zu einer ethnischen Minderheit in China. Erst 1949 mit der Gründung der Volksrepublik China erlangten die Miao den Status der Gleichberechtigung.

Ihre Sprache gehört zur Miao-Yao Richtung der chinesisch-tibetischen Sprachfamilie.

Es haben sich etwa einhundert ethnische Gruppierungen unter den Miao gebildet, die sich vor allem in der Kleidung unterscheiden. Ihre Kleidung hat besondere regionale Merkmale, die von Ort zu Ort variieren. Im nördlichen Guizou und Yunnan tragen die Männer in der Regel Leinenjacken mit farbenfrohen Stickereien sowie kleine Wolldecken um die Schultern.

In anderen Regionen tragen die Männer kurze Jacken in der Mitte oder links geknöpft sowie lange osen mit breitem Gürtel dazu lange schwarze Schals. Im Winter tragen die Männer zusätzlich Stoffhosen.

Die Kleidung der Damen unterscheidet sich sogar von Dorf zu Dorf. Im westlichen Hunan und nördlichen Guizhou tragen die Damen ihre Jacken auf der rechten Seite zugeknöpft mit reichen Dekorationen an Kragen, Ärmel und Hosenbeinen. In anderen Regionen tragen die Damen kurze Jacken mit hohem Kragen sowie langen oder halblangen Faltröcken. Zu festlichen Anlässen wird auch aufwendiger Silberschmuck getragen.

Die Miao haben zwar eine eigene Sprache, ihre Dialekte haben sich aber im Laufe der Jahrhunderte so weit auseinander entwickelt, dass sie sich sehr scher bis gar nicht mehr verständigen können. Die meisten Miao können Han Chinesisch sprechen und schreiben.

Die Lebensgrundlage bildet traditionell der Ackerbau sowie der Anbau von obstbäumen sowie Heilkräutern.

Die Miao einer Ortschaft tragen in der Regel den gleichen Familiennamen. Zwischen zwanzig und zweitausend Familien leben in einem Ort.

Grundnahrungsmittel bilden bei den Miaos in ihren südlichen Regionen Reis, Mais Süßkartoffeln und Hirse. In ihren nördlichen Regionen steht vor allem Mais, Kartoffeln, Weizen und Hafer auf der Speisekarte. Aus Mangel an Salz wurde in früheren Zeiten die Speisen mit Pfeffer oder einem sauren Geschmack veredelt. Übrig geblieben von dieser Tradition ist im südöstlichen Guizhou eine saure Mischung aus klebrigem Reis und Gemüse, welche sie vor dem Verzehr für zwei Monate in Gläsern abfüllen und verschließen.

Die Miao leben in reichhaltigen Holzressourcen. So sind die Häuser meist aus Holz gebaut und überdacht mit Tannen Rinde, Fliesen oder Stroh. Sie unterscheiden sich im Stil in den unterschiedlichen Regionen. In anderen Regionen werden die Häuser mit Steinplatten abgedeckt. In bergigen Gebieten sind die Häuser meist auf Anhöhen auf Stelzen errichtet. Die Haustiere werden im Untergeschoss gehalten.

In ihren südlichen Regionen leben die Miao in strohgedeckten Hütten oder gedeckt mit gewebten Ästen und Zweigen oder Bambusstreifen verputzt mit Lehm.

Die typische Miao Familie ist eher klein und monogam.

Ein Sprichwort verdeutlicht die wichtige Stellung der Familie in der Kultur der Miao: "Eine Familie zu haben bedeutet glücklich zu sein. Keine zu Haben, bedeutet verloren zu sein." Die Bedeutung der Familie sowie deren Zusammenhalt hat hier einen deutlich wichtigeren Stellenwert. Sie ist die wichtigste Institution.

Eine Dorfgemeinschaft ist ein Zusammenschluss aus mehreren Familien, die gemeinsam für die Festigung der sozialen Bindungen, Sicherheit, Wohlergehen sowie Rangordnung sorgen.

Verantwortung und Autorität einzelner Familienangehöriger ist altersabhängig. Je älter eine Person ist, desto mehr Autorität besitzt sie. Entscheidungen des Familienältesten werden hingenommen und nicht hinterfragt - im gegensatz zu Entscheidungen anderer Stammesangehöriger.

So hat auch jedes Familienmitglied seine spezielle Funktion auszufüllen. So werden aufgrund der großen Lebenserfahrung in der Regel die Ältesten um Rat gefragt. Sie helfen auch bei der Kindererziehung.

Traditionell sind die Männer und ihre ältesten Kinder für die Nahrungsbeschaffung verantwortlich auf der Jagd oder in der Landwirtschaft. Neben der Hauswirtschaft und Näharbeiten kümmern sie sich um die Kindererziehung und die Haustiere. Weiterhin müssen sie sämtliche anfallenen Arbeiten erledigen, die ihnen von ihren Männern oder Verwandten aufgetragen werden.

Die Geburt legt die Angehörigkeit zu einer Gruppierung fest. Nur weibliche Miao können durch Einheiraten zu einer anderen Gruppierung wechseln. Hochzeiten innerhalb einer Gruppierung sind nicht üblich.

In einigen Regionen übernimmt der Sohn den Namen des Vaters. Aber im Allgemeinen tragen die Kinder eigene Namen. Beeinflusst durch das feudale patriarchalische Clansystem bemühten sich Miaos in einigen Regionen, einen Stammbaum zu führen, bauten Ahnenhallen und integrierten Zusätze in ihre Namen, um ihre Stellung in der familienhierarchie anzuzeigen.

Die Ehen werden in der Regel von den Eltern arrangiert. Unverheiratete junge Männer und Damen sind sich aber in der Regel frei, sich selbst zu finden. In den Ferienzeiten finden regelmäßig große Zeremonien statt, an denen sich junge Männer und Damen aus benachbarten Ortschaften zusammen finden, um gemeinsam Liebeslieder zu singen und sich auf diese Weise kennen zu lernen und sich eventuell näher zu kommen. Für eine Hochzeit bedarf das junge Paar aber noch die Zustimmung der Eltern.

Regional in der Provinz Yunnan wurden öffentliche Einrichtungen geschaffen - sogenannte Werbehäuser für unverheiratete Männer und Damen. Hier können sie sich nach dem Arbeitstag treffen, gemeinsam singen und tanzen und sich eventuell näher kommen.

Die Entführung der Braut ist auch eine Tradition der Miao. Willigt die Dame dem Angebot des Mannes ein, fand sogleich das Hochzeitsfest statt. Wenn die Dame aber nicht den Antrag des Herren annahm, war sie natürlich frei zu gehen.

Die Miao sind auch leidenschaftliche Sänger und Tänzer. Ihr traditionelles Musikinstrument ist die Lusheng, ein Blasinstrument aus dem Bambusrohr. Sie begleitet vor allem die schnellen beinbetonten "Lusheng-Tänze". Darüber hinaus ist die Flöte und die Trommel darunter die traditionelle xiao (eine vertikale Bambusflöte) sehr beliebt. Sie haben auch eine hoch entwickelte Volksliteratur. Ihre Lieder reimen sich selten und variieren stark in der Länge von ein paar Zeilen bis über 15.000. Sie sind leicht zu verstehen und sind unter den Miao sehr beliebt.

Die Trachten der Miao lassen weit über hundert Muster entdecken. Zu jedem Muster existiert auch den passenden Silberschmuck.

In den unterschiedlichen Gemeinden finden verschiedene Festivals statt. Sogar die gleichen Feste können zu ganz verschiedenen Zeiten stattfinden.

Beim Neujahrsfest finden Pferderennen und sogar Stierkämpfe statt. Die Feierlichkeiten werden mit Flöte und Lusheng unterstützt und legendäre Helden werden besungen.

In einigen Regionen finden Drachenbootfestivals oder Blumenzeremonien statt, hier nutzen kinderlose Paare die Gelegenheit, ihr Gelöbnis zu erneuern und somit dem Gott der Fruchtbarkeit zu beschwören. Dabei bieten sie jungen Leuten Wein an, welche unter einer Kiefer, an der eine Flasche hängt, singen und tanzen. Wenn die jungen Männer und Damen sich hierbei verlieben, soll dies bei kinderlosen Paaren bei ihrem Kinderwunsch unterstützen. Zwischen Juni und Juli veranstalten einige Regionen ein Fest, wenn der erste Reis des Jahres geerntet wurde. Auch der Herbstanfang wird in einigen Regionen gefeiert.

Die Miaos glauben an eine Vielzahl von Göttern. Einige der abergläubigen Rituale sind auch sehr kostspielig. In einigen Regionen in Hunan und Guizhou werden Gebete für Kinder oder für die Heilung einer Krankheit durch die Schlachtung von zwei erwachsenen Ochsen begleitet. Anschließend finden für alle Verwandten drei bis fünf tägige Feierlichkaiten statt.

Die Miao sind bekannt für ihre Kunstfertigkeit. Zu ihren traditionellen über tausendjährigen Handwerken gehören die Silberschmiedekunst, ihre Stickereikunst, ihre Brokate und Wachsreservedruckstoffe.

Beim Wachsreservedruck werden zuerst die Muster sowie die Umrisse von Figuren oder Tieren auf einem weißen oder blauen Baumwolltuch gezeichnet. Dann wird das Tuch mit Wachs bedeckt. Der Wachs wird den Zeichnungen gemäß eingeritzt. Das Tuch wird anschließend mit Indigofarbstoff gefärbt. Nachdem die Farbe getrocknet ist wird das Tuch in heißem Wasser wieder vom Wachs befreit und zurück bleiben die gezeichneten Muster und Umrisse. Dies kann nun nach Belieben mit anderen Farben wiederholt werden.

 

 

Die Hui sind eine der 56 Nationalitäten Chinas, die offiziell als eigenständige Völker anerkannt worden sind.Die Hui-Nationalität zählt heute etwa 10 Millionen Angehörige. Die Hui sind in ihrer Kultur und viele auch in ihrem Aussehen den Han-Chinesen ähnlich, mit der Ausnahme, dass sie Muslime sind und deshalb einige religiös geprägte Sitten und Bräuche haben.

Die chinesische Bezeichnung für Islam ist entweder „die Religion der Hui“ (回教 Huí jiào)

Die Hui sprechen überwiegend Chinesisch im jeweiligen örtlichen Dialekt und/oder Sprachen der örtlichen ethnischen Minderheiten. Im religiösen Bereich gibt es einen umfangreichen Wortschatz arabischen, persischen und türkischen Ursprungs.

Eine Besonderheit der Hui ist, dass sie zwar über ganz China verstreut, örtlich aber konzentriert in „Hui-Stadtvierteln“ oder „Hui-Dörfern“, meistens im Umkreis der Moschee leben.

Die jeweiligen lokalen Gruppen der Hui unterscheiden sich oftmals erheblich voneinander, insbesondere hinsichtlich ihrer Herkunft und Geschichte.

So gibt es im Norden der Stadt Dezhou (Nordwest-Shandong) ein kleines Dorf namens Beiying, das im Jahr 1990 etwa 710 Hui zählte, die überwiegend Nachfahren zweier Söhne (Andulu und Wenhala) eines Königs der Ureinwohner von den Sulu-Inseln (heutige Philippinen) sind. Der Sulu-König war im Jahre Yongle 15 (1417) mit einer 340-köpfigen Delegation auf Staatsbesuch am Hof der Ming-Dynastie gewesen und auf dem Heimweg in Dezhou verstorben. Seine beiden jüngeren Söhne blieben am Grab zurück, traten mit drei örtlichen Hui-Familien Xia, Ma und Chen in Heiratsbeziehungen und begründeten die Familien An und Wen. Im Jahre 1731 bekam ihre inzwischen auf 193 Personen angewachsene Nachkommenschaft vom Qing-Kaiser die chinesische Staatsbürgerschaft verliehen.

Einige Hui-Gruppierungen an der Südostküste Chinas stammen von arabischen Händlern ab, die seit dem 9. Jahrhundert in China siedelten und sich mit der Zeit an die einheimische Bevölkerung anpassten, sich mit ihr vermischten und letzten Endes nur die andere Religion beibehielten.

Für die den nordchinesischen Dialekt sprechenden Hui von Yunnan und in Nordchina gibt es eine andere Erklärung der Abstammung: Ihre Vorfahren waren mongolische, turkische und andere zentralasiatische Siedler, welche während der Yuan-Dynastie die Elite bildeten. Dokumente belegen, dass ein Großteil der nomadischen oder militärischen Gruppen eigentlich Christen waren und während des Druckes in der Ming- und Qing-Dynastien seit der MItte des 14. Jahrhunderts, ihre gesellschaftliche Kultur chinesisch zu formen, zum Islam übertraten.

 

 

 

   
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