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Eingebettet von Thailand und dem Golf von Bengalen im Süden, Indien und Bangladesh im Nordwesten, China im Nordosten sowie Laos im Osten und sogar als geografisch größtes Land in Zentral Asien besitzt Burma eine Fläche, die doppelt so groß ist wie Deutschland.

 

 

Myanmar ist ein sehr sicheres Reiseland, welches über das gesamte Jahr besucht werden kann.

Es herrscht ein tropisches Klima.

Die beste Reisezeit liegt zwischen Oktober und März vergleichbar mit den angenehmen Sommermonaten in Europa.

Myanmar liegt mit Ausnahme des äußersten Nordens inmitten des asiatischen tropischen Monsungebietes mit drei Jahreszeiten. Bedingt durch die sehr unterschiedliche Topografie sind die Ausprägungen des Monsuns im Land sehr unteschiedlich und es können ganz unterschiedliche Klimaverhältnisse herrschen.

 

Von Juni bis September herrscht eine hohe Luftfeuchtigkeit, es ist heiß mit Temperaturen um 30°C und regnet häufig, wobei die Niederschlagsmenge regional sehr unterschiedlich ist (400-10000mm).

Nach der Regenzeit herrscht von Oktober bis Februar eine trockene kühlere Jahreszeit mit Durchschnittstemperaturen zwischen 20°C und 25°C.

Von März bis Mai bestimmt eine heiße Trockenperiode das Klima des Landes mit Temperaturn bis zu 45° im zentralen Myanmar.

Höhepunkt der Trockenzeit ist das Neujahrsfest Mitte April. Ein riesiges Spektakel über vier Tage lässt die Menschen ihr hartes Alltagsleben in diesem Zeitraum vergessen. Sie vergnügen sich in einem landesweiten Wasserfest, in dem niemand verschont wird; eine sehr angenehme Festlichkeit, in der sämtliche Sorgen plötzlich verschwunden sind.

 

Im Osten des Landes erstreckt sich das Shan Hochland mit Erhebungen bis 2.500 Meter. Die Südwestküste ist geprägt von Sumpfgebieten, welche vor allem das Ayeyarwady Delta bestimmen, sowie Sandstränden, Dünenlandschaften und bizarren Steinformationen. Nördlich grenzt das Arakan-Joma Gebirge mit Höhenlagen bis 3.000 Meter. Zwischen diesen Gebirgszügen liegt die breite sehr fruchtbare und am dichtesten besidelte Ayeyarwady Ebene im Zentrum des Landes. Im zentralen Norden Myanmars erstreckt sich das Kachin Bergland mit seinen Himalaya Ausläufern. An der Grenze zu China und Indien liegt der Hkakabo Razi, mit seinen 5.881 Metern der höchste Berg Südostasiens. Im zentralen Myanmar sind die Böden entlang des Ayeyarwady sehr fruchtbar.

Vor der südwestlichen Küste Myanmars erstrecken sich rund 800 Inseln mit ursprünglichen Wäldern bewachsen.

 

traditionelle Feste

Über das ganze Jahr finden viele religiöse und kulturelle Feste und Zeremonien statt. Größtenteils richten sich diese sehr bunten Feierlichkeiten mit vielen Showbühnen, Markt- und Essensständen nach dem Mondkalender. Daher werden deren Termine von Jahr zu Jahr unterschiedlich angesetzt. Sie beginnen oder finden ihren Höhepunkt an Vollmondtagen.

Die verschiedenen ethnischen Mionderheiten haben zudem ganz unterschiedliche Feiertage.

Im Oktober wird von den Hindus das Lichterfest Diwali gefeiert, Muslime feiern Bakri Idd Ende November, die Christen feiern selbstverständlich Weihnachten und Ostern nach unserem Kalender, der Stamm der Karen feiert Anfang Januar ihr Neujahrfest.

 

Der Glaube an "gute" und "böse" Geister - der sogenannten "Nat" - ist in Myanmar sehr verbreitet. So werden auch regelmäßig Nat-Pwe Feste veranstaltet, um die Gunst der Geister zu gewinnen. Das beliebteste Fest der Birmanen ist natürlich das "Thingyan Pwe", das Wasser- und Neujahrsfest vom 13. bis 16. April. Spektakulär wird gemeinsam mit großen Paraden sowie viel Musik und natürlich viel kühlendem und reinigenden Wasser, mit welchem sich jeder gegenseitig bespritzt, das neue Jahr eingeleitet.

 

Das mehrtägige Ananda-Tempelfest im Januar sowie das Shwezigon-Pagodenfest im Oktober in Bagan sind auch sehr wichtige Festlichkeiten sowie das Phaungtwa-U-Pagodenfest im Oktober mit einem schwimmenden Festzug am Inle-See, der mehrere Wochen unterwegs ist.

 

Die wichtigsten Feiertage sind:

 

04. Januar - der Unabhängigkeitstag

12. Februar - der Tag der Union

02. März - der Tag der Landbevölkerung

27. März - der Tag der Streitkräfte

im März - Vollmond von Tabaung

13.-16. April - das Wasserfest zu Neujahr

17. April - Neujahr

01. Mai - der Tag der Arbeit

19. Juli - der Tag der Märtyrer

im Juli - Vollmond von Waso - Beginn der buddhistischen Fastenzeit

im Oktober - Vollmond von Thadingyut - das lichterfest und Ende der buddhistischen Fastenzeit
20. November - der Nationaltag

im November - Vollmond von Tazaungmon - Lichterfest

25. Dezember - Weihnachten

 

Mensch und Kultur

Es leben etwa 50 Millionen Menschen in Myanmar. 75 Prozent der Bevölkerung leben auf dem Lande in den zentralen Ebenen des Ayeyawady und existieren vom Ackerbau. Der weitaus größte Teil der Bevölkerung (ca. 89 Prozent außerdem 4 Prozent Christen, 4 Prozent Islamisten, 4 Prozent Baptisten und 1 Prozent Hinduisten sowie zahlreiche Stammesreligionen unter den Bergvölkern) sind tiefgläubige Thearvada Buddhisten. Der Buddhismus prägt die Kultur - ja den gesamten Alltag der Gesellschaft. Jeder Reisende spürt hautnah die tiefe Verbundenheit der Menschen mit der Religion und eine enorme Spiritualität. In jedem Haushalt wird ein kleiner Hausltar gepflegt mit täglich frischen Blumen.

Der Ursprung des Buddhismus in Myanmar geht auf das 7. Jahrhundert zurück.

 

Neben dem buddhistischen Glauben ist der Glaube an "guten" und "bösen" Geistern, die jede Art von Lebewesen sowie jeden Ort schützen oder belästigen, weit verbreitet. Der Glaube an diese Geister beeinflusst ebenfalls den Alltag der Bevölkerung, indem sie vor allem möglichst sich so verhalten, um einen Geist zu verärgern. Auch um Unterstützung bei persönlichen Problemen richten sich die Birmanen an diese Geister. Es wird auch das Nat-Pwe Fest veranstaltet, um die Gunst der Geister zu gewinnen.

 

 

In Myanmar leben mehr als 100 verschiedene ethnische Gruppen. Rund 68 Prozent davon sind Birmanen, 9 Prozent Shan, 7 Prozent  Karen, 4 Prozent Rakhine, 3 Prozent Chin, 2 Prozent Mon, 2 Prozent Inder sowie 5% anderer Volksgruppen (die größeten davon sind Kachin, Kaya, Chinesen, Wa, Naga, Lahu, Lisu, Akha).

 

Der Burmese ist ein sehr geselliger Menschenschlag. So stehen Teehäuser hoch im Kurs, um mit Freunden und Bekannten einige Stunden gemütlich zu berbringen.

 

Kleine spaßige Theatervorführungen auf den Straßen oder Puppenspiele, die religiöse oder allgemeine gesellschaftliche Hintergründe haben, gehören ebenso zur alltäglichen Kultur wie der gegenseitige Respekt. Vor allem den Älteren wird großer Respekt gezollt. Je größer der Altersabstand, desto respektvoller der Umgang verbal wie in der Körperhaltung.

Das Gesicht nicht zu verlieren stellt einen hohen Stellenwert im Verhalten der Menschen dar. Etwas nicht zu wissen oder jemandem mit "nein" zu begegnen oder gar zu verletzen ist sehr unangenehm

 

Die birmanische Küche ist auch sehr charakteristisch. Natürlich ist Reis wie in allen asiatischen Ländern ein wichtigster Bestandteil der Küche. Würzige Salate und abwechslungsreiche Curry Gerichte, rohes Gemüse bestimmen die birmanische Küche wie die typische Fischsuppe mit Nudeln sowie Reisnudeln mit Huhn und Kokosmilch.

Natürlich wird Tee zu den Gerichten angeboten.

Typisch sind auch die unzähligen Straßenstände, an denen Zuckerrohrsaft frisch gepresst angeboten wird.

 

Musik hat im Land einen sehr hohen Stellenwert. Sie unterscheidet sich unbeeinflusst von der Musik der Nachbarländer.

Die alte Bogenharfe "saung gauk" ist ein Zeitzeuge aus aus den Anfängen des Buddhismus im 1. und 2. Jahrhundert und ist weiterhin eines der wichtigsten Instrumente der birmanischen Musik. Das Xylophon, die Zither sowie die Längsflöte sind weitere wichtige Instrumente wie die "Hsaing-waing", ein Instrument, das 21 abgestimmte Trommeln kreisförmig inkludiert (in Verbindung mit zwei weiteren speziellen aufwendigen Gong-Instrumenten und einem Blasinstrument - einer Oboe ähnlich - werden hierdurch vor allem Tänze und Geisterbeschwörungen begleitet) sowie andere Trommeln als Rhythmusinstrumente.

Die einzelnen Volksgruppen haben natürlich auch eigene charakteristische Instrumente sowie ihre spezielle traditionelle Musik.

Westliche klassische Musik konnte sich in Myanmar nicht durchsetzen - allein das Klavier und die Geige. Ausländische Lieder und Klänge und Instrumente wurden auf das Empfinden der Birmanen abgestimmt. Als eine Art Unabhängigkeitsbewegung ist anzusehen, dass überall im Land vertraute westliche Popmusik zu höhren ist, aber in einer nachgeahmten Fassung mit birmesischen Texten.

 

Die populärsten Souvenirs aus Myanmar sind feine und mit einer Liebe zum Detail gezeichnete Lackwaren, die vor allem in der Region um Bagan hergestellt werden. Ihr Wert ist abhängig von Präzision und Umfang der Gravuren und Farben.

Auch Marionetten und bemalte Schirme sowie Edelstein-Schmuck sind wichtige und begehrte Mitbringsel.

 

Myanmar ist ein Land mit einer großen ethnischen Mannigfaltigkeit – die geschätzte Bevölkerung von 48-50 Millionen Menschen ist verteilt auf mindestens 15 ethnischen Gruppen – viele von denen mit verschiedenen Untergruppen.

 

Diese Bevölkerungsgruppen entstammen von sehr verschiedenen Ursprüngen:

Die ersten Besiedler des Gebietes des heutigen Myanmar stammen aus den verschiedenen Volksstämmen der Karen, Mon sowie verschiedenen tibetisch burmesischen Kulturen aus dem osttibetischen Raum.

So geht z.B. die Herkunft der Gruppe der Rakhine auf die Händler aus Bangladesh und Indien Jahrhunderte zuvor zurück.

 

Die dominierenden Burmanen stammen von den ausgewanderten Gruppen aus den indo-tibetischen Regionen;

die Shan haben einen thailändischen Ursprung im Gebiet des heutigen China;

die Karen und Pa’O haben ihre Wurzeln im heutigen Gebiet der Mongolei;

die Mon sind eng verwandt mit den Khmer aus Kambodscha.

 

Das Ausmaß der Unterschiede ist eine Ursache für die deutlich sichtbaren kulturellen Unterschiede und sprachlichen Differenzen mit Sprachen wie Burmesisch, Shan, Karen, welche keine Gemeinsamkeiten kennen.

 

Etwa die Hälfte der Bevölkerung sind Burmanen. Die weiteren 50%  verteilen sich auf die restlichen ethnischen Gruppen.

 

Nach den Burmanen sind die Karen mit 6-7 Millionen Menschen sowie die Shan und Mon mit jeweils ungefähr 4 Millionen Menschen die bevölkerungsreichsten Gruppen. Viele Minderheiten haben in den Bergregionen eigene Staaten" gebildet.

 

Im 11. Jahrhundert gründete der erste burmesische König Anawratha ein erstes starkes Königreich Burma mit Bagan als Hauptstadt.

Der Volksstamm der Mon wurde besiegt und die Gefangenen nach Bagan gebracht. Dort wurden die architektonischen Fähigkeiten der Mon ausgenutzt für den Ausbau der damaligen Hauptstadt.

Auch hat der König Anawratha den Theravada Buddhismus übernommen und im Königreich etabliert. Bis in das 13. Jahrhundert hinein wurden etwa 13.000 Tempel im Gebiet der damaligen Hauptstadt Bagan gebaut. Im Krieg gegen die einfallenden Mongolen im 13. Jahrhundert wurde Bagan weitestgehend zerstört.

Im folgenden existierten bis ins 18. Jahrhundert fünf unabhängige Königreiche im Gebiet des heutigen Myanmar.

Mitte des 18. Jahrhunderts gelang es Alaungpaya, ein neues burmesisches Königreich zu schaffen. Die Mon wurden aus dem Norden vertrieben. 1755 eroberte der König Alaungpaya Pyay sowie Dagon und änderte den Namen der Stadt in Yangon - was übersetzt "Ende des Konflikts" bedeutet.

 

Im Jahr 1824 annektierte Großbritannien das gesamte Land. So verlor das Königreich seine Unabhängigkeit und wurde eine Provinz von britisch Indien. Die Briten setzten eine zentrale Regierung ein und unterdrückten konsequent die burmesische Kultur.

 

Im 20. Jahrhundert begannen starke Unruhen im Land gegen die britische Besatzung, und es wurde 1937 ein autonomer Status innerhalb des Britischen Reiches erreicht.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Burma von Japan in den Jahren 1942-1945 besetzt bis sich schließlich 1947 auf der Grundlage einer neuen Verfassung die Burmesische Union bildete. Diese wurde 1948 abschließend in die unabhängige Republik Burma umgewandelt.

 

Jedoch ließ es die politische Situation nicht zu, von einem freien Land zu sprechen.

 

Nach einem erfolgreichen Militärputsch im Jahr 1962, in welchem die Führer der burmesischen Union sämtlichen Rechten und Versprechen beraubt wurden – beraubt einer viel versprechenden Zukunft dominiert seitdem das burmesische Militär die Regierung.

Sämtliche Versorgung mit Nahrungsmitteln, Kapital, Aufbau und Wissen wurde unterbrochen.

Umsiedlungen Zwangsarbeit Missbrauch standen auf der Tagesordnung. Militarisierung und systematische Unterdrückung sämtlicher Freiheiten waren im gesamten Land spürbar. Der burmesische Weg in den Sozialismus wurde eingeführt: Staatskontrolle in jedem Bereich. Das Land wurde weitgehend von internationalen Handel und Beziehungen ausgeschlossen.

Dies steuerte das Land in absolute Armut…

So wurde ein Land, das als „Kornkammer“ Asiens durch seinen ungewöhnlich hohen Reichtum an Bodenschätzen eine großartige Voraussetzung bietet für eine wirtschaftliche Entwicklung, heruntergewirtschaftet.

 

Die Vielfalt und Missklänge zwischen den verschiedenen ethnischen Gruppen haben die Geschichte von Birma schon immer maßgeblich beeinflusst. Die Uneinigkeit in der Bevölkerung verhinderte eine erfolgreiche Demokratiebewegung...

Die Menschenrechtssituation war katastrophal – das Recht auf Überleben wird mit Füßen getreten. Sämtliche oppositionellen Bewegungen wurden militärisch niedergeschlagen.

1988 sowie 2007 kam es zur letzten Niederschlagung der Demokratiebewegung und zu gravierenden Menschenrechtsverletzungen, so auch an der großartigen Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, die mehrfach unter Hausarrest gestellt wurde.

 

Seit einigen Jahren ist in Myanmar nun ein Richtungswechsel der Politik der Militärregierung zu erkennen. Die Regierung öffnet nun das Land schrittweise und ein vorsichtiger Demokratieprozess ist spürbar.

Der Tourismus birgt die große Chance auf eine weitere Öffnung des Landes.

Das Volk braucht den existenziell bedeutsamen Tourismus. Es hat jede Aufmerksamkeit verdient und zahlt diese zurück mit einer Warmherzigkeit und Freude.

   
© Mandib