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Es leben etwa 50 Millionen Menschen in Myanmar. 75 Prozent der Bevölkerung leben auf dem Lande in den zentralen Ebenen des Ayeyawady und existieren vom Ackerbau. Der weitaus größte Teil der Bevölkerung (ca. 89 Prozent außerdem 4 Prozent Christen, 4 Prozent Islamisten, 4 Prozent Baptisten und 1 Prozent Hinduisten sowie zahlreiche Stammesreligionen unter den Bergvölkern) sind tiefgläubige Thearvada Buddhisten. Der Buddhismus prägt die Kultur - ja den gesamten Alltag der Gesellschaft. Jeder Reisende spürt hautnah die tiefe Verbundenheit der Menschen mit der Religion und eine enorme Spiritualität. In jedem Haushalt wird ein kleiner Hausltar gepflegt mit täglich frischen Blumen.

Der Ursprung des Buddhismus in Myanmar geht auf das 7. Jahrhundert zurück.

 

Neben dem buddhistischen Glauben ist der Glaube an "guten" und "bösen" Geistern, die jede Art von Lebewesen sowie jeden Ort schützen oder belästigen, weit verbreitet. Der Glaube an diese Geister beeinflusst ebenfalls den Alltag der Bevölkerung, indem sie vor allem möglichst sich so verhalten, um einen Geist zu verärgern. Auch um Unterstützung bei persönlichen Problemen richten sich die Birmanen an diese Geister. Es wird auch das Nat-Pwe Fest veranstaltet, um die Gunst der Geister zu gewinnen.

 

 

In Myanmar leben mehr als 100 verschiedene ethnische Gruppen. Rund 68 Prozent davon sind Birmanen, 9 Prozent Shan, 7 Prozent  Karen, 4 Prozent Rakhine, 3 Prozent Chin, 2 Prozent Mon, 2 Prozent Inder sowie 5% anderer Volksgruppen (die größeten davon sind Kachin, Kaya, Chinesen, Wa, Naga, Lahu, Lisu, Akha).

 

Der Burmese ist ein sehr geselliger Menschenschlag. So stehen Teehäuser hoch im Kurs, um mit Freunden und Bekannten einige Stunden gemütlich zu berbringen.

 

Kleine spaßige Theatervorführungen auf den Straßen oder Puppenspiele, die religiöse oder allgemeine gesellschaftliche Hintergründe haben, gehören ebenso zur alltäglichen Kultur wie der gegenseitige Respekt. Vor allem den Älteren wird großer Respekt gezollt. Je größer der Altersabstand, desto respektvoller der Umgang verbal wie in der Körperhaltung.

Das Gesicht nicht zu verlieren stellt einen hohen Stellenwert im Verhalten der Menschen dar. Etwas nicht zu wissen oder jemandem mit "nein" zu begegnen oder gar zu verletzen ist sehr unangenehm

 

Die birmanische Küche ist auch sehr charakteristisch. Natürlich ist Reis wie in allen asiatischen Ländern ein wichtigster Bestandteil der Küche. Würzige Salate und abwechslungsreiche Curry Gerichte, rohes Gemüse bestimmen die birmanische Küche wie die typische Fischsuppe mit Nudeln sowie Reisnudeln mit Huhn und Kokosmilch.

Natürlich wird Tee zu den Gerichten angeboten.

Typisch sind auch die unzähligen Straßenstände, an denen Zuckerrohrsaft frisch gepresst angeboten wird.

 

Musik hat im Land einen sehr hohen Stellenwert. Sie unterscheidet sich unbeeinflusst von der Musik der Nachbarländer.

Die alte Bogenharfe "saung gauk" ist ein Zeitzeuge aus aus den Anfängen des Buddhismus im 1. und 2. Jahrhundert und ist weiterhin eines der wichtigsten Instrumente der birmanischen Musik. Das Xylophon, die Zither sowie die Längsflöte sind weitere wichtige Instrumente wie die "Hsaing-waing", ein Instrument, das 21 abgestimmte Trommeln kreisförmig inkludiert (in Verbindung mit zwei weiteren speziellen aufwendigen Gong-Instrumenten und einem Blasinstrument - einer Oboe ähnlich - werden hierdurch vor allem Tänze und Geisterbeschwörungen begleitet) sowie andere Trommeln als Rhythmusinstrumente.

Die einzelnen Volksgruppen haben natürlich auch eigene charakteristische Instrumente sowie ihre spezielle traditionelle Musik.

Westliche klassische Musik konnte sich in Myanmar nicht durchsetzen - allein das Klavier und die Geige. Ausländische Lieder und Klänge und Instrumente wurden auf das Empfinden der Birmanen abgestimmt. Als eine Art Unabhängigkeitsbewegung ist anzusehen, dass überall im Land vertraute westliche Popmusik zu höhren ist, aber in einer nachgeahmten Fassung mit birmesischen Texten.

 

Die populärsten Souvenirs aus Myanmar sind feine und mit einer Liebe zum Detail gezeichnete Lackwaren, die vor allem in der Region um Bagan hergestellt werden. Ihr Wert ist abhängig von Präzision und Umfang der Gravuren und Farben.

Auch Marionetten und bemalte Schirme sowie Edelstein-Schmuck sind wichtige und begehrte Mitbringsel.

 

Myanmar ist ein Land mit einer großen ethnischen Mannigfaltigkeit – die geschätzte Bevölkerung von 48-50 Millionen Menschen ist verteilt auf mindestens 15 ethnischen Gruppen – viele von denen mit verschiedenen Untergruppen.

 

Diese Bevölkerungsgruppen entstammen von sehr verschiedenen Ursprüngen:

Die ersten Besiedler des Gebietes des heutigen Myanmar stammen aus den verschiedenen Volksstämmen der Karen, Mon sowie verschiedenen tibetisch burmesischen Kulturen aus dem osttibetischen Raum.

So geht z.B. die Herkunft der Gruppe der Rakhine auf die Händler aus Bangladesh und Indien Jahrhunderte zuvor zurück.

 

Die dominierenden Burmanen stammen von den ausgewanderten Gruppen aus den indo-tibetischen Regionen;

die Shan haben einen thailändischen Ursprung im Gebiet des heutigen China;

die Karen und Pa’O haben ihre Wurzeln im heutigen Gebiet der Mongolei;

die Mon sind eng verwandt mit den Khmer aus Kambodscha.

 

Das Ausmaß der Unterschiede ist eine Ursache für die deutlich sichtbaren kulturellen Unterschiede und sprachlichen Differenzen mit Sprachen wie Burmesisch, Shan, Karen, welche keine Gemeinsamkeiten kennen.

 

Etwa die Hälfte der Bevölkerung sind Burmanen. Die weiteren 50%  verteilen sich auf die restlichen ethnischen Gruppen.

 

Nach den Burmanen sind die Karen mit 6-7 Millionen Menschen sowie die Shan und Mon mit jeweils ungefähr 4 Millionen Menschen die bevölkerungsreichsten Gruppen. Viele Minderheiten haben in den Bergregionen eigene Staaten" gebildet.

 

Im 11. Jahrhundert gründete der erste burmesische König Anawratha ein erstes starkes Königreich Burma mit Bagan als Hauptstadt.

Der Volksstamm der Mon wurde besiegt und die Gefangenen nach Bagan gebracht. Dort wurden die architektonischen Fähigkeiten der Mon ausgenutzt für den Ausbau der damaligen Hauptstadt.

Auch hat der König Anawratha den Theravada Buddhismus übernommen und im Königreich etabliert. Bis in das 13. Jahrhundert hinein wurden etwa 13.000 Tempel im Gebiet der damaligen Hauptstadt Bagan gebaut. Im Krieg gegen die einfallenden Mongolen im 13. Jahrhundert wurde Bagan weitestgehend zerstört.

Im folgenden existierten bis ins 18. Jahrhundert fünf unabhängige Königreiche im Gebiet des heutigen Myanmar.

Mitte des 18. Jahrhunderts gelang es Alaungpaya, ein neues burmesisches Königreich zu schaffen. Die Mon wurden aus dem Norden vertrieben. 1755 eroberte der König Alaungpaya Pyay sowie Dagon und änderte den Namen der Stadt in Yangon - was übersetzt "Ende des Konflikts" bedeutet.

 

Im Jahr 1824 annektierte Großbritannien das gesamte Land. So verlor das Königreich seine Unabhängigkeit und wurde eine Provinz von britisch Indien. Die Briten setzten eine zentrale Regierung ein und unterdrückten konsequent die burmesische Kultur.

 

Im 20. Jahrhundert begannen starke Unruhen im Land gegen die britische Besatzung, und es wurde 1937 ein autonomer Status innerhalb des Britischen Reiches erreicht.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Burma von Japan in den Jahren 1942-1945 besetzt bis sich schließlich 1947 auf der Grundlage einer neuen Verfassung die Burmesische Union bildete. Diese wurde 1948 abschließend in die unabhängige Republik Burma umgewandelt.

 

Jedoch ließ es die politische Situation nicht zu, von einem freien Land zu sprechen.

 

Nach einem erfolgreichen Militärputsch im Jahr 1962, in welchem die Führer der burmesischen Union sämtlichen Rechten und Versprechen beraubt wurden – beraubt einer viel versprechenden Zukunft dominiert seitdem das burmesische Militär die Regierung.

Sämtliche Versorgung mit Nahrungsmitteln, Kapital, Aufbau und Wissen wurde unterbrochen.

Umsiedlungen Zwangsarbeit Missbrauch standen auf der Tagesordnung. Militarisierung und systematische Unterdrückung sämtlicher Freiheiten waren im gesamten Land spürbar. Der burmesische Weg in den Sozialismus wurde eingeführt: Staatskontrolle in jedem Bereich. Das Land wurde weitgehend von internationalen Handel und Beziehungen ausgeschlossen.

Dies steuerte das Land in absolute Armut…

So wurde ein Land, das als „Kornkammer“ Asiens durch seinen ungewöhnlich hohen Reichtum an Bodenschätzen eine großartige Voraussetzung bietet für eine wirtschaftliche Entwicklung, heruntergewirtschaftet.

 

Die Vielfalt und Missklänge zwischen den verschiedenen ethnischen Gruppen haben die Geschichte von Birma schon immer maßgeblich beeinflusst. Die Uneinigkeit in der Bevölkerung verhinderte eine erfolgreiche Demokratiebewegung...

Die Menschenrechtssituation war katastrophal – das Recht auf Überleben wird mit Füßen getreten. Sämtliche oppositionellen Bewegungen wurden militärisch niedergeschlagen.

1988 sowie 2007 kam es zur letzten Niederschlagung der Demokratiebewegung und zu gravierenden Menschenrechtsverletzungen, so auch an der großartigen Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, die mehrfach unter Hausarrest gestellt wurde.

 

Seit einigen Jahren ist in Myanmar nun ein Richtungswechsel der Politik der Militärregierung zu erkennen. Die Regierung öffnet nun das Land schrittweise und ein vorsichtiger Demokratieprozess ist spürbar.

Der Tourismus birgt die große Chance auf eine weitere Öffnung des Landes.

Das Volk braucht den existenziell bedeutsamen Tourismus. Es hat jede Aufmerksamkeit verdient und zahlt diese zurück mit einer Warmherzigkeit und Freude.

   
© Mandib